Für uneingeschränkte Bewegung will die Haut sich frei über dem darunter liegenden Gewebe verschieben können. Jede Narbe, jeder Knochenbruch, jede Prellung, jeder verstauchte Knöchel kann diese Verschieblichkeit der Haut dauerhaft einschränken. Dadurch verändern sich – meist unbemerkt – Gangmuster, Haltung und Körperfunktionen.

Ein gebrochener Zeh beispielsweise kann zu hartnäckigen Verspannungen im Nacken-/Schulterbereich führen , die sich tatsächlich erst nach Behandlung des Fußes dauerhaft lösen lassen. Eine Kaiserschnittnarbe kann sowohl Bauch- als auch Rückenschmerzen verursachen – erst recht, wenn Verwachsungen entstanden sind.

Ziel der Narbentherapie ist die Wiederherstellung der Beweglichkeit, die Befreiung von unnötigen Einschränkungen. Da seelische Narben genauso real sind wie körperliche, ist ihre Therapie ein integrierter Teil des Behandlungskonzepts (s. EMDR).

Manchmal liegt der Schwerpunkt der Narbentherapie auf der Lösung emotionaler Traumata, manchmal stehen eher die rein körperlichen Aspekte im Vordergrund. Meist kommt es schon nach einer ersten Behandlung der körperlichen Narben zu einer deutlichen, auch emotionalen, Entspannung.